Autoaufbereitung

Autopolitur bei Metallic- und Silberlack: Worauf besonders zu achten ist

Luca Härle

Luca Härle · Inhaber, PUX Automobile

2 Min. LesezeitAktualisiert am 08. Juni 2026
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Metallic- und Silberlacke enthalten eine Effektschicht mit feinen Metallpartikeln, die bei der Politur besondere Vorsicht erfordert.
  • Zu aggressive Poliermittel können bei Metallic-Lack sichtbare Farbunterschiede verursachen.
  • Silberlack zeigt Kratzer optisch anders als dunkle Metallic-Töne, ist aber ebenso empfindlich gegenüber falscher Politur.
  • Professionelle Politur arbeitet mit abgestimmten Pads und niedrigerer Drehzahl, um die Effektschicht zu schonen.
  • Eine anschließende Versiegelung schützt das frisch polierte Ergebnis nachhaltig.

Metallic- und Silberlacke gehören zu den beliebtesten Lackierungen im Straßenbild, stellen bei der Politur aber besondere Anforderungen. Anders als bei einfarbigem Unilack liegt hier zwischen Basislack und Klarlack eine hauchdünne Effektschicht mit feinen Metallpartikeln, die für den charakteristischen Glanz und die Farbtiefe verantwortlich ist. Wird diese Schicht bei der Politur nicht sorgfältig behandelt, drohen sichtbare Ergebnisse, die schwerer zu korrigieren sind als bei Unilack.

Was macht Metallic-Lack bei der Politur besonders?

Die eingelagerten Metallpartikel richten sich beim Lackiervorgang gleichmäßig aus und erzeugen so den typischen schimmernden Effekt. Wird beim Polieren zu viel Druck oder eine zu grobe Politur eingesetzt, kann diese gleichmäßige Struktur lokal gestört werden – die Folge sind feine Farb- oder Glanzunterschiede, die besonders bei direktem Sonnenlicht auffallen. Aus diesem Grund arbeiten wir bei Metallic-Lacken grundsätzlich mit feineren Poliermitteln, weicheren Pads und einer reduzierten Maschinendrehzahl.

Silberlack: unauffällig, aber nicht unempfindlich

Silberlack kaschiert feine Kratzer optisch besser als dunkle Töne, ist gegenüber falscher Politurtechnik aber genauso empfindlich. Der Trugschluss, bei hellen Farben könne man risikoloser arbeiten, führt in der Praxis häufig zu unnötigen Fehlern.

Metallic-/Silberlack vs. Unilack bei der Politur

MerkmalMetallic-/SilberlackUnilack
AufbauBasislack, Effektschicht, KlarlackBasislack, Klarlack
Kratzer-SichtbarkeitBei Silber gering, bei dunklen Tönen hochStark abhängig von Farbton
PoliturrisikoEffektschicht kann ungleichmäßig freigelegt werdenGeringeres Risiko von Farbunterschieden
Empfohlene VorgehensweiseFeine Politur, niedrige Drehzahl, kleine TestflächenEtwas toleranter gegenüber stärkerer Politur

So gehen wir bei der Politur von Metallic-Lack vor

Vor der eigentlichen Politur prüfen wir den Lackzustand und identifizieren besonders empfindliche Bereiche, etwa Kanten und Sicken, an denen der Klarlack ohnehin dünner ist. Anschließend arbeiten wir schrittweise mit der mildesten Polierstufe, die ein sichtbares Ergebnis erzielt, statt von Beginn an mit grobem Poliermittel zu starten. Kleine Testflächen an unauffälligen Stellen zeigen bereits vor der Vollbehandlung, wie der Lack auf die gewählte Kombination aus Pad und Poliermittel reagiert. Nach der Politur folgt in der Regel eine Versiegelung, die den frischen Glanz schützt und der empfindlichen Effektschicht zusätzlichen Schutz vor UV-Strahlung bietet.

Worauf Sie bei Metallic-Lack achten sollten

Politur für Metallic- oder Silberlack anfragen

Tiefe Kratzer bei Metallic-Lack

Reicht ein Kratzer bis in den Basislack oder die Grundierung, hilft reine Politur nicht mehr weiter, da die fehlende Farbschicht nicht durch Abtragen wiederhergestellt werden kann. In solchen Fällen ist eine gezielte Lackausbesserung notwendig, bei der die passende Metallic-Farbnuance exakt getroffen werden muss. Mehr zur Einschätzung der Schadenstiefe finden Sie in unserem Ratgeber Kratzer im Autolack entfernen.

Fazit

Metallic- und Silberlack verlangen bei der Politur mehr Fingerspitzengefühl als klassischer Unilack, da die empfindliche Effektschicht ungleichmäßig freigelegt werden kann. Mit feinen Poliermitteln, niedriger Drehzahl und einer sorgfältigen Testphase lassen sich aber auch bei diesen Lacken hervorragende, gleichmäßige Ergebnisse erzielen. Wer unsicher ist, sollte die Behandlung einer erfahrenen Fachkraft überlassen – mehr zum grundsätzlichen Ablauf einer professionellen Politur lesen Sie in unserem Hauptratgeber Autopolitur & Lackpflege.

Zusammenfassung

  • Metallic- und Silberlacke enthalten eine Effektschicht mit feinen Metallpartikeln, die bei der Politur besondere Vorsicht erfordert.
  • Zu aggressive Poliermittel können bei Metallic-Lack sichtbare Farbunterschiede verursachen.
  • Silberlack zeigt Kratzer optisch anders als dunkle Metallic-Töne, ist aber ebenso empfindlich gegenüber falscher Politur.
  • Professionelle Politur arbeitet mit abgestimmten Pads und niedrigerer Drehzahl, um die Effektschicht zu schonen.
  • Eine anschließende Versiegelung schützt das frisch polierte Ergebnis nachhaltig.

Häufig gestellte Fragen

Metallic-Lack besitzt zwischen Basislack und Klarlack eine dünne Effektschicht mit eingelagerten Metallpartikeln. Wird diese Schicht durch zu aggressive Politur ungleichmäßig bearbeitet, können sichtbare Farb- oder Glanzunterschiede entstehen, die bei Unilack nicht auftreten.

Grundsätzlich ja, allerdings sollten Sie mit einer sehr feinen Politur und niedriger Maschinendrehzahl beginnen und die Fläche in kleinen Abschnitten testen. Bei Unsicherheit ist eine professionelle Politur die sicherere Wahl, um die Effektschicht nicht zu beschädigen.

Silberlack kaschiert feine Kratzer und Swirls optisch besser als dunkle Metallic-Töne wie Schwarz oder Anthrazit, da der helle Farbton weniger Kontrast zwischen glänzender und matter Fläche erzeugt. Tiefere Kratzer bleiben aber auch bei Silber deutlich sichtbar.

Wird zu viel Klarlack und Effektschicht auf einmal abgetragen, kann es zu sogenannten Polierhologrammen oder ungleichmäßigem Glanz kommen. In seltenen, extremen Fällen wird die Effektschicht so dünn, dass Farbunterschiede zwischen behandelten und unbehandelten Bereichen sichtbar werden.

Ein Rhythmus von ein bis zwei Jahren ist für die meisten Fahrzeuge ausreichend. Da bei jeder Politur eine minimale Menge Klarlack abgetragen wird, sollte die Häufigkeit gerade bei Metallic-Lack nicht unnötig erhöht werden.

Das Grundprinzip der Politur ist gleich, allerdings zeigt schwarzer Metallic-Lack feine Kratzer und Politurspuren deutlich stärker. Hier kommen häufig feinere Polituren und eine sorgfältigere Nachkontrolle bei Tageslicht zum Einsatz.

Bei unsachgemäßer Anwendung über einen längeren Zeitraum an derselben Stelle ist das theoretisch möglich. Mit der richtigen Technik, angemessenem Anpressdruck und regelmäßiger Kontrolle der Klarlackdicke ist das Risiko bei professioneller Durchführung gering.

Ja. Eine Versiegelung oder Keramikbeschichtung schützt die empfindliche Effektschicht vor UV-Strahlung und Umwelteinflüssen und verlängert so den frischen, gleichmäßigen Glanz spürbar.

Der Aufwand ist bei Metallic-Lack durch die notwendige zusätzliche Sorgfalt tendenziell etwas höher. Da die Politur als Zusatzleistung individuell nach Fahrzeugzustand kalkuliert wird, erstellen wir Ihnen dazu gerne ein konkretes Angebot.

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